Der Fluch der Gutmenschen

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von Susanne Kablitz

Es ist stets amüsant, wenn man den Begriff „Gutmensch“ verwendet, um mit einer unverhohlenen Ironie eben diesen Kreis unserer Zeitgenossen in Frage zu stellen. Also nicht die Zeitgenossen an sich – sondern deren Absichten. Wenn man deren Absichten ganz offen in Zweifel zieht. Wenn man ihnen unverhohlen und „Aug in Aug“ mitteilt, dass sie – aus einem minder entwickelten Selbstwertgefühl heraus – ihre Gutmenschenparolen nur dann in den Ring werfen, wenn zum einen jemand anderes „Wichtiges“ es hört, sie von ihrer zur Schau gestellten Selbstlosigkeit ausschließlich Vorteile haben und – ganz wichtig – jegliche Verantwortung ihrer eingeforderten Ansprüche an die Allgemeinheit auch bei genau dieser Allgemeinheit liegt.

Mann, dann ist aber was los – Hauen und Stechen sind da zarte Streicheleinheiten – nix mit Toleranz. Toleranz scheint  nur dann „hip“ zu sein, wenn die eigene Meinung anstandslos wiedergekäut und niemals – NIEMALS – gar negativ kritisiert wird.

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